Superfood – Wunder oder nur Marketing?
Du stehst im Supermarkt, der Blick fällt auf das Regal voller glänzender Päckchen: Chiasamen aus Mexiko, Goji-Beeren aus China, Quinoa aus Peru. Daneben die Avocados, einzeln verpackt, mit dem Versprechen „gesundes Superfood“. Kurz blitzt der Gedanke auf: Wenn ich das esse, tue ich meinem Körper etwas richtig Gutes.
Doch dann wanderst du ein paar Meter weiter – dort liegen Leinsamen, Äpfel und Heidelbeeren. Alles aus der Region, unspektakulär verpackt und ohne fancy Label. Aber sind sie wirklich weniger „super“? Oder zahlen wir am Ende nur für einen clever inszenierten Hype?
Was macht ein Lebensmittel eigentlich zum „Superfood“?
Der Begriff „Superfood“ ist weder geschützt noch wissenschaftlich definiert. Er klingt nach einem Upgrade für die Ernährung, ist aber in erster Linie ein Marketinglabel. Lebensmittel bekommen diesen Stempel, wenn sie besonders nährstoffreich sind – also viele Vitamine, Mineralstoffe oder Antioxidantien liefern.
Klar, eine Avocado punktet mit ungesättigten Fettsäuren und Chiasamen mit Omega-3. Doch ein Blick auf heimische Lebensmittel zeigt: Wir haben vergleichbare Nährstoff-Power direkt vor der Haustür.
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Chia vs. Leinsamen: Leinsamen enthalten ähnlich viel Omega-3, sind günstiger und regional verfügbar.
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Goji-Beeren vs. Heidelbeeren: Beide sind reich an Antioxidantien – nur wachsen Heidelbeeren bei uns im Wald.
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Quinoa vs. Hirse: Hirse ist genauso nährstoffreich und ein echtes Traditionskorn in Europa.
Der Preis des Exotischen
Warum greifen wir trotzdem so gerne zu Chia & Co.? Zum einen, weil sie neu und spannend sind. Zum anderen, weil wir durch Social Media und Foodtrends schnell das Gefühl bekommen, sie seien die Geheimzutat für Gesundheit, Fitness und Wohlbefinden. Die Wahrheit: Exotische Superfoods sind oft teurer, haben lange Transportwege und hinterlassen damit auch einen größeren ökologischen Fußabdruck.
Die wahren Superhelden
Vielleicht sollten wir den Begriff „Superfood“ neu denken. Statt ihn an exotische Beeren und Samen zu koppeln, können wir heimischen Klassikern wie Äpfeln, Kohl, Haferflocken oder Nüssen mehr Aufmerksamkeit schenken. Sie sind nicht weniger gesund – und oft unterschätzen wir, wie wertvoll sie für eine ausgewogene Ernährung sind.
Fazit: Vielfalt statt Wundermittel
Am Ende gilt: Kein einzelnes Lebensmittel macht uns unsterblich gesund. Der wahre „Super“-Effekt entsteht durch Vielfalt, Balance und frische Zutaten. Wer heimische Lebensmittel mit offenen Augen entdeckt, findet echte Alltagshelden – ganz ohne Hype.
Bleibt also die Frage: Muss es immer die exotische Goji-Beere sein, oder darf’s auch mal die gute alte Heidelbeere aus dem Wald um die Ecke sein? 🌱
Bis bald –
deine Sandra ✨
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